Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V.

Der ilmenauer Kleinkunstpreis ähhh gläserne Johahn

Wer kennt das nicht: man ist Medienschaffender und dies bedeutet, dass meistens erst einmal die Werke und nicht man selbst im Rampenlicht steht. Und aus diesem Grunde sind auch Preisverleihungen an Diejenigen so beliebt, die normalerweise andere Leute mit ihren Werken unterhalten, bewegen oder zum Nachdenken anregen. Das Spektrum reicht von kleinen bis großen Events, sodass es mittlerweile sogar im beschaulichen Ilmenau zwei Veranstaltungen dieser Art gibt. Neben den FilmLebenFestival was in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht hat, gibt es da noch den wesentlich länger laufenden IM@P. Den Ilmenauer Mediapreis, der im Jahre 2014 einen Relaunch erfuhr und seid dem Gläserner Johahn heißt.
Verliehen wird dieser Preis vom wissenschaftlichen Beirat Medien der TU Ilmenau in den Kategorien: Schülerpreis, Kurzfilm, Multimedia und Medienkonzept. Um die Organisation kümmert sich ein engagiertes Team aus Studenten der Uni. Und eben jene welche haben uns vom Broadcastteam gebeten, ob wir ihnen als Erinnerung an den Abend helfen könnten, indem wir die Preisverleihung mitschneiden.

Einmal Ehrenberg und zurück

Die Preisverleihung findet wie das letzte Mal im großen Hörsaal, auch Helmholtzhörsaal genannt nach neuem Namensschema, statt. Für unsere Aufzeichnung ist dies eher hinderlich, da die Platzverhältnisse dort doch sehr eingeschränkt sind. Wir entscheiden uns daher das drei Kamerastandorte ausreichen müssen. Eine Kamera auf Rollstativ kommt auf "die Bühne", eine zweite auf halber Höhe des Hörsaals rechts an die Seite und die letzte packen wir auf ein Rollstativ hinter die letzte Reihe. Als letzte Quelle kommt noch das Signal für die Beiträge hinzu, die wir uns von den Bedienern vor Ort und deren Bildmischer mopsen.
Die Leute von der Ton-Abteilung sind hier schon wesentlich enthusiastischer: Sie bauen sich einen Split für sämtliche Rednermikros und rüsten für Atmo und die auftretenden Streicher des Akademischen Orchesters noch zusätzliche Abnehmer ein. Das ganze bündeln sie an zwei Stellen, um es dort mit den digitalen Stageboxen schlussendlich am Audiopult final zu mischen.
Der Aufbau erfolgt dieses mal möglichst geordnet, da wir Wert darauf legen das ein Teil der Ausrüstung am Ende des Abends schnell im Gebäude verstaut werden kann, da wir es nach dem Wochenende für eine andere Veranstaltung an gleicher Stelle noch einmal brauchen werden. Und so werden die Kabel so gelegt das die Trommeln dann im Vorführraum hinter dem Hörsaal verschwinden können. Auch die Anzahl versuchen wir auf das nötigste zu reduzieren. Mit vier Koaxialleitungen für die Videosignale und drei Cat.5 Kabeln für Stageboxen, Tally und Internet-Uplink, die wir durch ein Fenster nach innen ziehen kommen wir aus. Strom gibt es dagegen aus dem Keller.

Mit dem zweiten sieht man besser

Bei den Treffen mit den Organisatoren der Veranstaltung hat irgendjemand wieder großspurig HD versprochen und so sind wir erneut dazu gezwungen mit einem geborgten HD-Bildmischer im Wagen zu arbeiten. Die Suche des finalen Gerätes gestaltet sich leider schwieriger und zeitintensiver als vermutet, aber das muss nun mal sein wenn man über Anschaffungen im Gegenwert eines gut ausgestatteten Mittelklassewagens diskutiert.
Aber zum Glück gibt es für das Provisorium ja schon passende Vorbereitungen im Bedienmoloch von Betsy. Zwar eher als Second Production gedacht wird so aus unserem Multifunktionsarbeitsplatz in der zweiten Reihe schnell und bequem, per Anschlusskasten unterm Tisch, wo bereits sämtliche Anschlüsse in Reichweite sind, mit wenigen Patchkabeln und ein paar Klicks im Routing der Kreuzschiene, eine vollständige zweite Regie.

Und der Gockel goes to.....

Dann ist der Moment gekommen, der Saal wird in stimmungsvolles Licht getaucht, das Orchester spielt auf und eröffnet damit die Preisverleihung. Unsere Kameraleute versuchen das beste aus ihren Positionen zu machen. Auch wenn wenig Platz herrscht kann sie das nicht schrecken und so wird eben zur Freihandführung gewechselt, wo das Rollstativ nicht durchkommt und durch ein paar Meter vor, zurück, nach links oder rechts lassen sich doch erstaunlich viele unterschiedliche Bilder einfangen. Dank Spicker für Gewinner und deren Sitzplätze können wir sie, die Preisträger, auch schnell anvisieren sobald sie verkündet werden.
Auch haben wir probiert, unseren Kameraleuten die Arbeit so angenehm wie möglich zu machen. Erstmals kommen unsere neu gebauten großen neuen Tallys zum Einsatz und mit Rollstativen und Hinterkamerabedienungen können sie sich alles möglichst bequem auf ihre Bedürfnisse einstellen. Die Totale-Kamera hat sogar noch extra eine flexible Welle und einen großen 7''-Monitor mit Fokus Peaking bekommen um die Schärfe besser handhaben zu können.
Nach gut zwei Stunden ist dann auch schon alles vorbei. Die Orga bedankt sich in ihrer finalen Laudatio auch nochmal ausgiebig bei uns für unseren Einsatz und mit der Verkündigung der Buffeteröffnung ist der Saal auch schnell vom Publikum befreit.

Alles auf Anfang

Und während im Foyer gefeiert und gespeist wird, können wir so in Ruhe den Rückbau vollführen. Zwei unserer Kameraleute scheinen einfach nicht genug zu bekommen und drehen gleich noch eine Folge sPiTV hinterher. Sie entschwinden in den Trubel um noch ein paar Stimmen einzufangen, bevor sich die geladenen Gäste auf dem Heimweg machen.
Trotzdem ist das Kabel einsammeln und entweder im Vorführraum der Hörsaals oder im Auto verstauen sehr fix erledigt, sodass für den Montag der Aufbau deutlich rascher gehen wird. Und wir machen uns anschließend auf zum verdienten späten Abendbrot und Feierabend-Chillout im FeM Operations-Headkeller.