Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V.

Projekt Übertragungswagen

Das Ressort Broadcast hat einen Mercedes Sprinter erworben, welcher zu einem voll funktionstüchtigen Ü-Wagen ausgebaut werden soll.

Den aktuellen Ausbaufortschritt

und Berichte von den Einsätzen

kann man hier im Ü-Wagen-Blog nachlesen.

 

Weiterhin finden sich Informationen über

Mitmachen: Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Du interessierst dich für unseren Ü-Wagen oder willst sogar gleich mitmachen? Schreib uns doch eine Mail oder sprich uns einfach an, wenn du uns in Aktion siehst. Wir freuen uns auf dich.

 

Die FeM baut einen Ü-Wagen

So könnte er mal aussehen.

 

Das Broadcastteam ist seit dem Wintersemester 2013 dabei, ein Übertragungsfahrzeug auf der Grundlage eines Kastenwagens zu bauen. Das Fahrzeug soll in mehreren Ausbaustufen, beginnend mit der Ausbaustufe 0 (Zulassung und funktionstüchtig mit Einschränkungen) bis zu einem voll funktionsfähigen Übertragungswagen ausgebaut werden. Der Ü-Wagen mit dem Spitznamen "Betsy" soll dazu dienen, den technischen Teil an Liveübertragungen deutlich zu vereinfachen.   mehr...

Ü-Wagen Blog

Etwas zu wörtlich nehmen die Teilnehmer und -teilnehmerinnen der 27ten Thüringer Box-Einzelmeisterschaften der Kadetten, Junioren, Jugend, Männer und Frauen das weltbekannte Zitat. Nachdem unsere Übertragung und auch die späteren On-Demand-Videos des Stadtpokals im letzten Jahr sehr gut angekommen waren, ließen die Verantwortlichen vom Boxclub Fortuna Ilmenau nicht lange mit ihrer Anfrage auf sich warten, ob wir auch nun im Frühjahr wieder mit am Start sind.

Das halbvergessene Event

Wie öfter mal im - für das Vereinsleben eher ruhigen - Prüfungszeitraum, kommt es vor, dass Veranstaltungen und die Planung für dieselben etwas in Vergessenheit geraten. So war das auch dieses Mal der Fall und so kam es doch zu ein paar hektischen Momenten bzgl. Vorbereitung. Der heikelste Fauxpas war wohl, dass die Organisation eines passenden Internetuplinks erst in der Woche des Events wieder auf dem Schirm kam. Zwar fanden die Kämpfe in der Sporthalle am Stollen und damit doch in einer der belebteren Regionen in Ilmenau statt, doch auch hier ist die Verfügbarkeit von schnellem Internet immer noch eine logistische Herausforderung. Ideen gab es dafür viele:

  1. einige in der Nähe wohnende aktive Femmies hätten ihren Anschluss zur Verfügung gestellt
  2. man hätte versuchen können eine Richtfunkstrecke vom FeM-Office zum Stollen zu schießen
  3. oder man beauftragt einen der neuen Vorreiter des Breitbandausbaus mit einem Eventanschluss

Variante Eins scheiterte leider entweder an den noch schwachbrüstigen DSL2000-Anschlüssen, die zur Verfügung gestanden hätten, oder den Entfernungen von mehreren hundert Metern Kabelstrecke bis zur Turnhalle. Zwar hätte man noch probieren können statt einer Kabelverbindung auch hier mit Funk den Aufwand zu verringern, aber das scheiterte schlicht am selben Problem wie Variante Zwei: der Mangel an Hardware und noch eklatanter dem Mangel an Leuten die sich an einem solchen Projekt austoben wollten. Und so lief es dann, wenn auch zähneknirschend wegen der anfallenden Kosten, auf Variante Drei hinaus. Dafür fiel dann aber das Netz für uns nur gut 15 Meter entfernt aus einer frisch angeschlossenen "Outdoor"-Dose aus einem Kellerfenster. Auch die Datenraten mit ~70Mbit/s Download und entspannten ~35Mbit/s Upload fielen sehr gut aus. Noch schnell die Streambitrate des Mini-Encoder hoch gedreht, eingeschaltet und keine 5min später steht die Übertragung zur Sendeinfrastruktur.


Der Rest des Setups wurde ebenfalls bewusst klein gehalten, vor allem da, wie man ja schon auf dem Campus feststellte, in dieser Studentenjahreszeit eher weniger Leute Zeit haben aufgrund ihres Klausurenpensums. Deshalb begnügen wir uns mit vier Kameras, die wir im klassischen "Halbkreis" um die eine Ringseite platzieren. Da es wenig eingebaute Erhöhungen in der, vor allem für Schul- und Vereinssport genutzten, Turnhalle gibt, behelfen wir uns mit Tischen und einer zusammenbaubaren Arbeitsbühne, die sich in der Halle für Wartungsarbeiten befindet. Auf die so erbaute Plattform kommt die Rettungstotale und eine unserer Henkelmänner Camcorder, die dank der 22-fach Zoomoptik von hier aus prima zusätzliche Details liefern kann. Nur muss der Bedienende hier neben einem ruhigen Händchen auch sehr diszipliniert mit seiner Beinarbeit sein, denn das Aluminiumkonstrukt der Arbeitsbühne ist nicht gerade auf Steifheit ausgelegt und deshalb lassen selbst normale Schritte das Konstrukt - und damit beide Kameras - erzittern. Die zwei Kameraleute in den beiden Ecken am Boxring haben da mehr Glück, denn ihre Standfläche ist vom Kamerapodest deutlich besser entkoppelt.
Beim Audio gibt es die üblichen Atmoeinfang-Mikrofone um den Ring verteilt, Intercomleitungen für das filmende Personal und zwei Headsetplätze für die beiden Moderatoren, die die Fortuna organisiert hat.


Der Aufbau beginnt am Samstag gegen 9:30 Uhr, noch etwas früh für den ein- oder anderen im Team, aber eträglich. Das meiste ist schnell aufgestellt und verkabelt. Doch dann ein Schreckmoment für alle, die gerade in der Halle am werkeln sind. Trotz sorgfältigen Aufbaus hat sich bei einem der Stative einer der Klemmverschlüsse der Beine so gelockert, dass es dem Gewicht der Kamera nicht mehr standhalten kann und einfach wegsackt. Auch im Ü-Wagen, wo die Leute beim Konfigurieren der Geräte nur den plötzlichen, unkontrollierten Schwenk des Kamerabildes gesehen haben, ist nun erstmal das Fragezeichen über den Köpfen groß. Was ist passiert? Ist die Kamera noch intakt? Was ist kaputt gegangen? Doch zum Glück für alle Beteiligten gibt es schnell Entwarnung. Zwar ist ein Plasteteil von der Gegenlichtblende quer durch den Raum geflogen, aber ansonsten ist die Kamera und das Zubehör auf den ersten Blick heil geblieben. Später stellt sich heraus, dass die meiste Energie scheinbar dadurch absorbiert wurde, dass sich die Quickreleaseplatte des Stativs in ihrer Laufschiene verkeilt hat. Hier half dann nur G wie Gewalt, um sie am Ende des ersten Abends wieder heraus zu bekommen.

Immer wieder ärger mit der Zettelwirtschaft

Weitaus aufwändiger und nervenzerrender als die technische Umsetzung, gestaltet sich dieses Mal das Einsammeln der notwendigen Genehmigungen der Teilnehmer. Da in vielen Kategorien Kinder und Minderjährige antreten, müssen wir hier besonderen Wert darauf legen, dass wir das Einverständnis der Eltern für die Aufzeichnung und Übertragung der jeweiligen Kämpfe bekommen. Zwar haben wir schon weit im Vorfeld dem Veranstalter die Dokumente zukommen lassen, aber dies half leider nur bedingt. Häufig steht erst vor Ort fest, ob einige der Teilnehmer überhaupt einen Kontrahenten finden, um in ihrer entsprechenden Gewichtsklasse antreten zu können. Dadurch vergeht wieder ein Großteil der Zeit damit, die Einverständniserklärungen mit den stattfindenden Kämpfen abzugleichen und die fehlenden Genehmigungen ggf. noch schnell vor Ort zu bekommen. Wir werden zwar äußerst engagiert von den lokalen Organisatoren unterstützt, dennoch ist es erst einmal frustrierend wenn man nach 10min Kontrolle der Zettel nur zwei übertragbare Kämpfe zusammen hat, wie es zum Beispiel am Sonntag morgen der Fall war. Zwar füllte sich die Liste dann noch im Laufe der Veranstaltung, aber für uns wäre es natürlich wesentlich schöner, wenn wir dies schon einige Tage im voraus in einer finalen Version gehabt hätten. Auch für das Erstellen der On-Air-Grafiken hätte dies einen enormen Vorteil bedeutet und ein paar, der so entstandenen, Rechtschreibfehler und falsch zusammengetippten Partien vermeiden können. Insgesamt kommen wir aber immer noch auf 28 von gut 40 Kämpfen die wir aufzeichnen und später für die Teilnehmer On-Demand stellen können.

Abends wenn das Sandmännchen kommt

Ungewohnt war für uns auch der generelle zeitliche Ablauf. Bisher war es bei fast allen Sportturnieren die wir übertragen haben so, dass wir bereits Freitags mit dem Aufbau beginnen mussten, da es am Samstag schon zu frühster Morgenstunde - gegen 7 oder 8 Uhr - mit den ersten Partien los ging. Beim Boxen an diesem Wochenende ist es dieses Mal doch sehr anders, denn am Samstag ist der erste Kampf auf 14 Uhr angesetzt. Das hat zwar den Vorteil das der Freitag für uns frei bleibt, aber den Nachteil, dass dafür bis kurz nach 22 Uhr Betrieb in der Halle ist. Gegen 18 Uhr gibt es eine gute Stunde Pause zum längeren Beine vertreten oder um sich am Buffet zu stärken. Den langen Produktionstag merkt man dann auch daran, je später die Stunde nach dem Sandmännchen wird, dass die Konzentration hier und da etwas leidet. Den Moderatoren rutscht hier und da mal eine nicht zum Kampf passende Diskussion in die Moderation, im Wagen fallen hier und da jemandem mal kurz die Äuglein zu und auch bei den Kameraleuten in der stickigen Halle sitzt die eine oder andere Einstellung nicht mehr so gut wie am Anfang. Aber wir sind trotzdem stolz darauf, wie alle, teilweise trotz noch ausklingenden Erkältungen, tapfer durchhalten und wir auch dank des gelegentlichen Aufgabentausches gut durch den Tag kommen.

Leider müssen wir am Ende des Tages noch schnell den Wagen abnabeln, da dank Hallenalarmanlage sämtliche Türen und Fenster über Nacht verriegelt werden müssen. Nach einer guten halben Stunde sind aber sämtliche Kabel in die Halle gezogen und wir können uns auf den Heimweg machen. Nur die Sorge vor kondensierender Feuchtigkeit im Fahrzeug macht uns etwas Gedanken, da wir sonst - wenn möglich - immer die Klimaanlage zur Entfeuchtung laufen lassen.

Am Sonntag ist das Programm dann entspannter. Zwar geht es schon um 9 Uhr los den Ü-Wagen wieder zu verkabeln, dank gewissenhafter Beschriftung ist das aber fix gemacht. Nur ein Netzteil eines der Rechner braucht eine zweite Einladung zum Anspringen, dass dies bei einem externen Schaltnetzteil aber die Feuchtigkeit sein könnte, halten wir für unwahrscheinlich. Bis auf zwei, drei Kämpfe dürfen wir heute auch, nach ein wenig quengeln bei den jeweiligen Teilnehmern, alle Paarungen streamen. Ein paar der angesetzten Aufeinandertreffen fallen jedoch aus und so sind am Ende alle Finale schon kurz nach 12 Uhr ausgetragen. Danach bleibt nur noch der übliche Abbau, der bei den doch recht frischen Temperaturen vor - und der "guten Sportluft" in - der Halle, dieses mal die Wahl des geringeren Übels bietet. Aber dank Ü-Wagen und einer guten Mischung aus geübten und neuen Mitstreitern ist schnell alles in Betsy verstaut und kurz darauf wieder im Lager am Campus.

Quer ist Spaß, längs ist ernst

Auch wenn diese Weisheit aus dem analogen Filmschnitt schon lange zur Vergangenheit gehört, gibt es dieses mal noch ein paar Worte zur unvermeidlichen Postproduktion eines solchen Events. Denn wenn die Kameras schon wieder in ihrem Regal schlummern, wollen noch gute 10-11 Stunden aufgezeichnetes Material zuerst auf das Schnittstorage kopiert und dann vereinzelt werden. Das Zerhacken der 28 Kämpfe geht recht zügig und ist nach 3-4h erst einmal durch. Vor allem das korrekte Benennen und Zuordnen der einzelnen Kämpfe ist hier die Herausforderung. Auch schauen wir noch einmal fix über allzu große Ton-Maleure, hängen einen kleinen Vor- und Abspann dazu und korrigieren ggf. ein paar Schönheitsfehler im Bild. Auch kommt ein 4-Augen-Prinzip zum Einsatz und so checkt ein zweites Mitglied noch einmal alle Dateien auf ihre Richtigkeit, bevor diese dann in einen zentralen Encodingvorgang für die verschiedenen Verbreitungswege umgerechnet werden. Das nimmt dann den Großteil des Montags in Anspruch, dient aber auch gut zum Ausspannen, da es ein relativ stumpfes Abarbeiten der einzelnen Files ist. Andere Leute müssen noch geliehene Technik zurückbringen oder investieren etwas Zeit in die mediale Aufarbeitung der Veranstaltung wie z.B. diesen Blogartikel hier. Wenn das alles dann geschafft ist, kann es auf einer unserer Webseiten veröffentlicht werden und unser Team kann den finalen Haken an ein solches Event setzen.

Neues Semester und gleich mal was komplett Neues. Denn mitten im April feiert das bc-Studentencafé seinen 29ten Geburtstag und wie alle Teile der Ilmenauer Studentenclubs, hat man sich eine ganze Woche Sonderprogramm zu diesem Anlass gegönnt. Und so hat man sich mit der Unibibliothek zusammengetan um etwas Neues aus zu probieren und zwar den ersten ilmenauer Science Slam. Doch was ist das: "Science Slam"? - Nun ja, an sich eine Abart des schon recht etablierten Poetry Slams. Mehrere Teilnehmer treten in an einem Abend gegeneinander um die Gunst des Publikums an, welches am Ende dann den Sieger kürt. Der große Unterschied zum normalen Poetry Slam liegt dabei auf der geschickten Einflechtung von wissenschaftlichen Erklärungsmethoden für die größeren und kleineren Phänomene des Alltags oder auch andersherum, ultrakomplexe hardcore Forschungsschwerpunke durch griffige Vergleiche mit dem realen Leben verständlich und obendrein noch möglichst unterhaltsam rüber gebracht. Und da so was immer cool ist, hat uns das Café gefragt ob wir nicht Laune haben, den Abend aufzuzeichnen und parallel ins Interweb zu ballern. Da haben wir uns natürlich nicht allzulange bitten lassen und geschaut wie und mit welchem Aufriss wir das Ganze abdecken wollen. Wer sich auf den üblichen Videoportalen im World Wide Web schon mal in die Kategorie Slam verirrt hat, wird obendrein auch wissen, dass wir im Minimalfall mit einer Kamera und brauchbarem Ton schon konkurrenzfähig gewesen wären, aber rasch zeigte sich das die Begeisterung im Team deutlich größer war als erwartet und wir so mit schwereren Geschützen auffahren konnten.

Gute Planung ist das halbe Event

Die letzte Veranstaltung die wir im Oktagon gefilmt hatten war eine Aufführung des Theaterleiter Theaters in einem der Größeren Gruppenarbeitsräume. Daher entschlossen wir uns das ganze im Vorfeld lieber noch einmal vor Ort zu begutachten und auch gleich mit den Veranstaltern abzuklären was wie wo geplant ist für den Abend. Dabei biete der Hauptlese- und Recherchebereich der Unibib mit seinen drei Ebenen ganz eigenen Herausforderungen. Die Bühne und die Slammer sollten sich auf der untersten Ebene vor der Treppe befinden. Am "Treppenhaus" über ihnen dann die Leinwand. Die Beschallung wird sich ca.  in der Mitte des Raumes befinden und von einem Mitarbeiter der Bibliothek bedient werden. Beim Licht hat man sich auf der Bedingten Möglichkeiten der Anlage für Dunkel mit einem Verfolgerscheinwerfer und ein paar hübschen farbigen LED Akzenten festgelegt. Strom und Netzwerk gab es an fast jeder Ecke in der Bibliothek, eine kurze Mail an die netten Kollegen vom Rechenzentrum und schon lag am Montag die passende Konfiguration für uns an. Bei den Kamerastandorten entschieden wir uns für vier Perspektiven. Die übliche Totale und eine an ähnlicher Stelle Positionierte 2te Kameras für Detailaufnahmen, bildeten die Sicherheitsperspektiven und wurden von uns am Geländer auf dem Zwischengeschoss Positioniert. Unten im Erdgeschoss gab es dann noch zwei weitere Kameras, die eine direkt im Publikum sitzend um den Zuschauer das mittendrin statt nur dabei Gefühl zu vermitteln und eine zweite auf der Linken Flanke um sich um alle Verrücktheiten zu kümmern die der Bildregie so in den Kopf kommen mögen. Das Signal vom Beamer entschieden wir uns bewusst nicht abzugreifen, da wir den Typischen Slam-Look haben wollten. Außerdem lässt sich sonst auch die Route des Laserpointers oder anderer Hilfsmittel schlecht daheim am Bildschirm verfolgen.
Beim Audio war die Hauptherausforderung die Übersicht über die beiden Stageboxen zu behalten. Die erste wurde als Splitt für Ü-Wagen und Beschallung der Mikrofonen zu fungieren. Die Zweite im Zwischengeschoss diente als Input für unsere Zusätzlichen Atmomikrofone und wir gewohnt fiel bei beiden noch auf ein Paar der Outputkanäle der Intercomring für die Kameraleute heraus, so das wir hier wieder etliche hundert Meter analoge Audioleitung bis zum Ü-Wagen durch zwei dünne Cat-5 Kabel und dem darüber laufenden digital Multicore ersetzen konnten.
Fehlte noch die Standortwahl für unsere Betsy. Hier entschieden wir uns dann auf die Fensterfront vorm Zwischengeschoss in Richtung Straße. Wodurch wir vermuteten das Kabelchaos am besten unter Kontrolle zu bekommen. Nachdem dies alles im Kopf klar war packten wir alles in einen möglichst verständlichen Aufbauplan, der als Spickzettel bequem in jede Tasche faltbar war.

Broadcastler assemble

Und dann war es auch schon soweit, der Montag Nachmittag war da und die Gang der fleißigen Helfer versammelte sich im Office. Ruck Zuck war die Technik im Fahrzeug auch ohne große Tetris einlagen verstaut und der lange Marsch zu Unibibliothek konnte losgehen. Ein paar Minuten Fußmarsch später standen wir dann vor der heutigen Eventlocation und klärten erst mal die ersten kleineren Missverständnisse des Tages. So hatte unser Fahrer verstanden das er auf den Parkplatz direkt vor Haupteingang parken soll und die Mitarbeiter waren schon fleißig auf der Suche um den Schlüssel für die Poller der Feuerwehreinfahrt zu suchen. Nachdem sich das aber geregelt hatte war die elektronische Schranke zum eigentlichen unteren Parkplatz im nu Offen. Nach einer kurzen Aufgabenverteilung gings dann auch schon los und alle schwärmten aus. Unseren Leuten die zum allerersten Mal an einer solchen Veranstaltung mitwirkten stellten wir erfahrener Mitglieder zur Seite die ihnen alles in Ruhe erklärten was für den Anfang wichtig ist. Die größte Herausforderung war für uns der möglichst lautlose Aufbau, denn die Bibo hatte ja noch gut drei Stunden geöffnet so das wir den fleißigen Studenten bei ihren Recherchen nicht zu sehr die Konzentration versauen wollten. Auch war es hier und da doch kniffeliger als gedacht die Orientierung zu bewahren in welcher der drei Etagen man sich gerade befand und wo nun der schnellste Weg zurück zum Ü-Wagen oder von draußen zur jeweiligen Kamera führte. Bis auf Kleinigkeiten verlief der Aufbau aber ohne Probleme. Wie üblich dauerte die Konfiguration und das Testen von Signalwegen innerhalb des Wagens oder der Tallyleitungen fürs Rotlicht am längsten. Auch trieben wir zwischenzeitlich unseren Tonmenschen an den Rand der Verzweiflung da das Routing des Intercoms an Pult und Stageboxen stimmte aber an den Kameras selbst einige Dinge falsch eingestellt waren.

Plötzlich steht man vor verschlossenen Türen

Gut eine Stunde vorm Beginn der Veranstaltung trudelten dann die ersten Zuschauer ein. Und von da an schien der stetige Strom kein Ende zu nehmen. Als die Sonne langsam in Richtung Manebach hinter den Bergen verschwand und wir die letzten Handgriffe vornahmen stauten wir nicht schlecht als wir plötzlich vor verschlossenen Türen standen. Der Andrang an Publikum war so enorm das ein Einlaßstopp veranlasst werden musste da die Bibliothek schlicht bis auf den letzten Platz voll war. Aber nachdem die Helfer im Eingang uns als Filmcrew erkannt hatten ging es dann doch schnell wieder ins innere. Aber nicht nur im inneren drängten sich die Zuschauer auch in unserem Stream wurde es kuschelig mit weit über Einhundert Clients im Schnitt. Trotz des großteilig positiven Feedback kommt es natürlich auch hier und da vor das bei einigen Leuten Probleme auftreten beim online schauen. Aber diesen sei an der Stelle gesagt, wir nehmen uns euer Feedback zu Herzen und versuchen die Schwachstellen in unserem fast vollständig auf opensource und eigenem Hirnschmalz basierten Infrastruktur zu finden und zukünftig zu verbessern um kontinuierlich noch besser zu werden. Aber so etwas dauert in einem Verein und mit der immer größer werdenden Vielfalt an Browsern, mobilen oder klassischen Endgeräten und deren jeweiligen Versionen immer eine Weile.
Ein paar Minuten nach dem geplanten Start 20:30 geht es dann auch los, die Moderationen betreten die Bühne und erörtern die Veranstaltung und den Ablauf. Nach der Auslosung der Reihenfolge geht es dann auch los mit dem Ersten der Sieben Slammern. Die sind in ihrem akademischen Titeln auch bunt gemischt, vom einfachen Bachelorstudent bis hin zum Pro.Dr. ist alles vertreten. Jeder hat Zehn Minuten Zeit sein Thema an die Zuschauer zu bringen um am Ende möglichst viele Punkte ab zu stauben. Wer überzieht hat noch 60 Sekunden Gnadenfrist danach wird schonungslos das Mikro abgeschaltet. Nach den ersten vier Präsentationen gibt es eine kleine Pause zum Beine vertreten oder um seinen Vorrat an Knabberzeug und Getränken am Ausschank des Cafés wieder auf zu stocken. Im Anschluss gibt es dann noch einmal drei Teilnehmer und die große Abstimmung durchs Publikum. Nach dem etwas kniffeligen Auszählungsprozess, denn im Dunkeln des Raumes sind die Punktetafel auf den zwei Etagen schwer zu erkennen, steht dann der Sieger fest: Leo Warnov Student der Mathematik konnte sich die entscheidenden extra Pünktchen vor Prof. Dr. Manske sichern und wird somit als Sieger des Abends gekürt.

Abbruch, Abmarsch und ins Bettchen

Für uns steht noch eine Runde schnelles Kabel und Gerätschaften einsammeln an, das Feedback welches uns vor Ort erreicht, ist erst einmal durchweg positiv. Die klamme Kälte, die nun vorherrscht seit dem die Sonne der klaren Nacht gewichen ist beschleunigt das Kabelwickeln dann noch einmal zusätzlich. Gute 50 Minuten später ist dann auch schon wieder alles als wäre nix geschehen und der Fortschrittsbalken des Kopiervorgangs am Schnittplatz füllt sich unaufhaltsam. Die nächsten Tage werden wir versuchen das Material möglichst schnell on Demand zur Verfügung stellen zu können. Vorne im Office gibt es derweil noch ein bissel informelles Aftershow-Chillen und irgendwann später am Morgen verschwinden dann alle nach Hause in ihre Bettchen und gönnen sich ihren wohlverdienten Schlaf.

Naja eigentlich hat der Altvater der Medienstudiengänge in Ilmenau, Prof. Dr-Ing. Hans-Peter Schade, schon vor etlichen Monaten den Staffelstab an seinen Nachfolger, Prof. Dr-Ing. Alexander Raake, übergeben, aber da man ihn erst einmal in Ruhe ankommen lassen wollte, wurde die feierliche Begrüßung auf den Anfang des neuen Jahres gelegt.
Und wie es sich für einen Professor so gehört, muss er dann auch gleich noch einmal zeigen was er so kann - im Rahmen seiner feierlichen Antrittsvorlesung.
Auch wenn es oft vergessen wird, so hat iSTUFF doch eine ganz besondere Verbundenheit zum Institut für Medientechnik, an dem Prof. Raake am Fachgebiet für Audiovisuelle Technik die Leitung übernommen hat. Denn hier wurden wir ja schlussendlich unter der Federführung Prof. Schades auf die Welt losgelassen. Und so war natürlich sofort klar, dass wir uns bei dieser Veranstaltung besonders rein knien würden.
Das Setup wurde im Vergleich zum Gläsernen Johahn noch einmal etwas aufgebohrt, so dass es nun einen zusätzlichen Live-Stream geben wird, der - weil es gut zu seinen Forschungsschwerpunkten passt - vom Vortragenden gleich in seine Präsentation integriert wurde, um daran einige Phänomene zu erläutern. Deshalb, und auch um zu zeigen was die Medienstudiengänge in über 20 Jahren in Ilmenau alles auf die Beine gestellt haben, fahren wir noch 2 weitere Kameras auf, die Bilder vom und aus dem Ü-Wagen liefern.
Auch leihen wir unser Signal den Kollegen vom Funk, die in ihrem Keller das Programm übernehmen und mit einen Kommentar ihrer StationVoice um die verlorenen visuellen Inhalte ergänzen.
Ansonsten hat sich hier und da ein Standort im Hörsaal verschoben, aber viele Änderungen gab es im Setup nicht. Nur schnell gehen muss es heute, da wir nur eine knappe Stunde Zeit zum aufbauen im Hörsaal selbst haben. So rücken wir etwas vorher an um möglichst viel im Vorfeld vorzubereiten.

Does it look like sound?

Mit dieser Frage eröffnet Prof. Raake dann seinen Vortrag. Zuvor gab es noch ein musikalisches Ständchen und viele lobenden Worte vom Rektor, dem Dekan und der Institutsleiterin, wie es zu solchen Anlässen Tradition ist.
In seiner Vorlesung stellt der neue Professor dann die Schwerpunkte vor, die er sich für das Fachgebiet in Zukunft vorgenommen hat. Vor allem wird es zukünftig in Richtung Qualitätsbeurteilungen gehen, aber auch die Gebiete der Medienübertragung per IP und das vernetzte Studio der Zukunft sollen eine Rolle spielen. Und so schildert er dann in einem sehr angenehmen Stil die aktuellen Probleme und Herausforderungen in diesen Gebieten.

Es ist und bleibt eben eine Vorlesung

Aber auch wenn durch die feierliche Atmosphäre und die vielen hochrangigen Gäste aus Forschung und Wirtschaft erst mal ein anderer Anschein aufkommt, inhaltlich ist und bleibt es dann eben eine Vorlesung. Und das bedeutet für uns in der medialen Aufbereitung doch etwas ganz anderes als bei den gewohnten Sportübertragungen oder Konzerten. Es bedeutet aber auch das es eine gute Gelegenheit ist um unseren neuen Mitgliedern die Arbeit als Regisseur oder Bildmischer näher zu bringen, da es doch nur um einen Mann und seine Folien geht im Kern. Dadurch bleibt recht viel Zeit und Gelegenheit in Ruhe die Bilder auf den Multiviewern zu beurteilen, Korrekturen und Wünsche an die Kameraleute weiter zu reichen und seinen eignen Rhythmus für die Bildreihenfolge zu finden.
Einen kleinen Moment des Nervenkitzels gibt es aber trotzdem. Der Augenblick indem wir live auf die Beautyshotkamera vor dem Ü-Wagen und anschließend in die Kabine schalten wollen. Da heißt es doch konzentriert den Worten und Taten im Hörsaal zu folgen um den Moment nicht zu verpassen. An sich klappt es dann auch soweit, aber scheinbar ist der abspielende Laptop heute mit dem falschen Fuß aufgestanden und so sehen wir dann erst mal nix und dann einen geschickt seine Nervosität überspielenden Vorlesenden. Schließlich passt alles und wir dienen wunderbar als Beispiel für all die Probleme wie Verzögerung, Netzkapazität und was beim Streamen so passieren kann.
Dann eine kleine Weile später ist auch an diesem Abend der offizielle Teil vorbei. Diesmal stürzen wir uns nicht gleich auf die Kabel zum einsammeln sondern warten noch ein bisschen ab und präsentieren unseren Wagen dem einen oder anderen Interessierten unter den Gästen.
Darauf folgt das übliche Spiel. Alles einsacken, Ladung im Inneren von Betsy sichern, die wohlverdienten Reste des Buffets plündern und mit den verbliebenen Gästen etwas socialisen. Danach gehts im Dunkel der frühen Nacht ab zum Ausladen auf dem unteren Campus.
Und wir freuen uns schon darauf, in naher Zukunft mit dem IMT weiterhin so gut zusammen zu arbeiten wie bisher und vielleicht auch hier und da ein paar neue Möglichkeiten der Kooperation auszuprobieren. Wir wünschen Prof. Raake auf jeden Fall einen guten Start und viel Erfolg an der TU Ilmenau.

Blogarchiv

Alte Blogeinträge findet ihr hier