Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V.

Projekt Übertragungswagen

Das Ressort Broadcast hat einen Mercedes Sprinter erworben, welcher zu einem voll funktionstüchtigen Ü-Wagen ausgebaut werden soll.

Den aktuellen Ausbaufortschritt

und Berichte von den Einsätzen

kann man hier im Ü-Wagen-Blog nachlesen.

 

Weiterhin finden sich Informationen über

Mitmachen: Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Du interessierst dich für unseren Ü-Wagen oder willst sogar gleich mitmachen? Schreib uns doch eine Mail oder sprich uns einfach an, wenn du uns in Aktion siehst. Wir freuen uns auf dich.

 

Die FeM baut einen Ü-Wagen

So könnte er mal aussehen.

 

Das Broadcastteam ist seit dem Wintersemester 2013 dabei, ein Übertragungsfahrzeug auf der Grundlage eines Kastenwagens zu bauen. Das Fahrzeug soll in mehreren Ausbaustufen, beginnend mit der Ausbaustufe 0 (Zulassung und funktionstüchtig mit Einschränkungen) bis zu einem voll funktionsfähigen Übertragungswagen ausgebaut werden. Der Ü-Wagen mit dem Spitznamen "Betsy" soll dazu dienen, den technischen Teil an Liveübertragungen deutlich zu vereinfachen.   mehr...

Ü-Wagen Blog

Bei unseren Streamingübertragungen hat Sport ja schon immer weit oben auf der Liste gestanden, da mag es rückwirkend doch ein wenig verwundern, dass wir erst jetzt - im Jahre 2016- zum ersten Mal Fußball übertragen. Genauer gesagt, die Halb- und Finalspiele der Ilmenauer Campusliga auf dem Sportplatz der Unisporthalle.

Planlos durch den Aufbau

Manchmal haben auch wir Events, wo man im Nachhinein einfach zugeben muss, dass die Planung schlecht gelaufen ist. Und dieses Event ist eins davon. Zwar haben wir uns schon Gedanken über das grobe Setup gemacht, aber vor Ort stellten wir fest, dass wir viele Dinge nur oberflächlich bedacht hatten. So zum Beispiel die Versorgung mit Strom. Zwar war uns klar, dass wir mit unseren 100m 16A-CEE-Kabeltrommeln nicht zu weit kommen werden, das sie am Ende aber gar nicht reichen würden war auch eine große Portion Pech. Eigentlich gibt es rund um den Sportplatz etliche Verteilerkästen, aber keiner davon stellte sich als für uns nutzbar heraus. Kandidat Eins, ca. 30m entfernt, entpuppte sich als Biotop für ein äußerst agiles Wespenvolk, bei dem wir es dann doch nicht drauf ankommen lassen wollten, den Stecker ohne Stiche hinein zu bekommen. Der zweite Kandidat, ca. 60m entfernt, hatte dagegen das Problem, dass dort nur ein 32A-Stromanschluss verfügbar war und wir aktuell nicht über einen passenden Adapterwürfel verfügen. Der dritte Kandidat, ca. 75m weit weg, beinhaltete dann gar keinen Anschluss sondern nur die Elektrik für die Beleuchtung. Die letzte Möglichkeit wäre eine uns, bereits von Events in der Sporthalle, gut vertraute Kraftstromdose im Gebäude, die wir mit ach und krach mit den Kabeln noch erreicht hätten. Aber hier vereitelte dann ein sich nicht öffnen lassen wollendes Fenster den Zugang. Also mussten wir mit haushaltsüblichen Schukosteckdosen auskommen, welche aber auch nur in der Turnhalle selber zu finden waren. Zum Glück konnten wir uns spontan vom hsf noch eine 200m-Trommel ausborgen und hatten so nach gut zweieinhalb Stunden des suchens und dreier Fehlschläge endlich genug Saft am Wagen um ihn einschalten zu können.

Auch beim Zugang zum Netzwerk hatte unser kollektives Planungshirn scheinbar ein paar Aussetzer, denn uns hätte eigentlich vorher klar sein sollen, dass bei weit über 100m Cat.5 Kabel plus der Inhausverkabelung der Turnhalle es höchst unwahrscheinlich ist, noch einen Link hinzubekommen. Also musste Spontan noch eine Glasfaserstrecke mit passenden Umsetzern aus unserem Außenlager geholt werden, was wieder einiges an Zeit fraß.
Ein bisschen ärgerlich war es zudem, dass wir bei den Absprachen mit der Campusliga aneinander vorbeigeredet haben und die Felder 90 Grad gedreht vorfanden, was uns bei den Kabellängen doch Probleme bereitete.
Eines der "Probleme" war zudem auch hausgemacht. Da es sich zeitlich anbot, nutzten wir die Gelegenheit die Teststellung des voraussichtlich nächsten FeM Bildmischers gleich mal in der Praxis auszuprobieren. Dadurch konnten wir mit einem Gerät beide Spielfelder abdecken. Eine Mischung kann so zukünftig gewohnt mit dem Bedienpanel gesteuert werden, während eine andere Mischung unabhängig davon mittels Software realisiert werden kann. So können z.B. Leinwandmixe oder ein zweites Spielfeld oder oder oder in Zukunft ad hoc, ohne den Aufwand eines zweiten Bildmischers wie bisher, umgesetzt werden. Für die Campusliga bedeutete dies aber leider, dass wir durch den improvisierten Aufbau einige Probleme generierten. Das Gerät tat das was es sollte, aber irgendwie spielte die Routinglogik im Wagen uns einen Streich, was in Kombination mit der späten Verfügbarkeit von Strom dazu führte, dass in den Halbfinalspielen noch Aufbau- und Konfigurationschaos herrschte. Auch die Personalplanung gestaltet sich so kurz vor dem Prüfungszeitraum als ungewohnte Lotterie. Am Ende gab es viele helfende Hände, bis kurz vorher war aber nur bedingt bekannt wer dazu gehörte. Auch brachen im Vorfeld einige Leute studienbedingt weg, was zwar unser vollstes Verständnis hat, aber halt dazu führte das deren Arbeit von anderen zusätzlich bewältigt werden musste.

Ende Gut alles Gut

Trotz der vielen kleinen und großen Pannen, lief es dann aber zum Finale doch noch ganz gut. So konnten wir einen schönen HD-Stream mit engagierten Kommentatoren bieten, was gleichzeitig auch noch von den Kollegen vom Funk aufs UKW und den Radiostream übernommen wurde und dort seine Zuhörer fand. Auch das wichtigste passte: die Stimmung im Team war gewohnt ausgelassen. So machte sowohl der Aufbau als auch das Einsammeln der Technik und der mehreren hundert Meter Kabelwege bei Flutlicht auf dem Platz genug Laune, dass es schnell erledigt war. Für die Zukunft haben wir viel gelernt, was es an dieser Location zu beachten gibt. Auch wenn sie gleich vor der Haustür liegt, hat sie etliche Stolperstellen parat, die es zu umschiffen gilt. Aber positiv denken, so können wir uns, wenn wir wieder hier produzieren, noch ordentlich steigern. Und es war eine der ersten Außenübertragungen, wo es Mutter Natur trotz vorhergesagten Regens am Nachmittag und Abend gut mit uns meinte und es nur ein paar kaum zu erwähnende Nieseltropfen gab.

Der Kalender sagt Mitte Juni, das Wetter sagt April, der Buschfunk sagt Bergfest. Und für uns als Medienschaffende heißt das, dass es wieder Zeit für unsere fast schon zur Tradition gewordenen Übertragungen des Seifenkistenrennens und der Bergfestvorlesung ist - der Bergfest e.V. hat es sich gewünscht und wir hatten Lust zu. Also nach ein wenig Vorlauf am Montag schnell genug Leute dazu mobilisiert, Betsy voll gestopft mit tollen Sachen und los geht es... für ganze fünfundsiebzig Meter! Einmal kurz in die Eisen und den schon wartenden Technikerkollegen inkl. seiner PA im Funkbunker des hsf eingesammelt. Naja, auf Grund von chronischen Sitzplatzmangel muss er selber stiefeln, sein Pult aber nimmt der Beifahrer liebevoll auf den Schoß.
Nach ein paar hundert Metern sind wir dann auch schon angekommen und das auspacken auf der Wiese unterhalb des Humboldtbau geht los. Um eine gesunde Mischung aus Aufwand und Bedienkomfort zu nutzen, haben wir uns bei den Bildgebern für zwei unserer Kamerazüge und zwei unserer EB-Camcorder entschieden. Dort wo viele Kabel nur stören und auch noch viel Aufwand bedeuten würden, kommen die per Triax angeschlossenen Kameras zum Einsatz. Näher am Wagen setzen wir auf normales Koax und eine Audiofunkstrecke für das Intercom. Der Funk darf es sich heute mal mit Pult und Musikrechner in der zweiten Reihe gemütlich machen. Eigentlich läuft alles recht routiniert beim Strippenziehen. Geschickt passen wir die Vorlesungspause ab um an unsere Netzwerkdose zu huschen, rollen ein paar Kabel den Berg hinunter, ein paar andere den Berg hinauf, immer den Himmel im Blick, wann denn der kleine Nieselregen kommt, den der Wetterbericht für den Aufbau vorhergesagt hat. Aber es bleibt erst mal sonnig. Beim testen stellen wir dann fest, dass eine der Triaxleitungen, die eigentlich Aufwand sparen sollte, einen Wackler hat und getauscht werden muss. Pech nur, das die Austauschstrippe weit weg im Außenlager steht. Also müssen wir wen abkommandieren der, um bis zum Start des Probelaufs auch das behoben zu haben. Leider mangelt es nun etwas an der Reichweite an unserer Handkamera im Startbereich - nun ja, man kann halt nicht alles haben.

 

Und dann geht der Erste Lauf auch schon los und während eine Kiste nach der anderen den Berg mehr oder minder rasant hinunter saust, verdunkelt sich der Himmel immer mehr. Und so kommt es wie es kommen muss, pünktlich zur ersten Fahrt unserer iSTUFF-Sphinx öffnet sich der Himmel dann zum ersten mal. Geschickt schaffen wir es noch alle Taschen, Koffer und Kisten von der Wiese in oder unter dem Ü-Wagen in Sicherheit zu bringen. Wo kein passender Wetterschutz mit auf dem Berg gewandert ist decken wir PA und Kameras mit allem was sich so finden lässt notdürftig ab. Zum Glück bleibt es nicht zu lange nass von oben und so kann es nach einer kleinen Pause auch schon weiter gehen - diesmal mit dem Wertungslauf. Neu ist dieses Jahr, dass die A-Note für Geschwindigkeit und die B-Note für Gestaltung und Showfaktor der Kisten, einzeln gewertet werden.
Während es auf der Strecke um die Wurst geht, versucht derweil einer aus dem Team noch ein anderes organisatorisches Problem zu lösen. Denn noch etwas ist neu in diesem Jahr: das Rennen und die Bergfestvorlesung finden beide am selben Tag statt. Da uns die Umbauzeit zwischen den beiden Locations zu knapp erscheint, wollten wir eigentlich für die Vorlesung den Aufwand klein halten. Vielleicht nur eine Kamera und einen Encoder direkt oben drauf. Aber dann hatten doch einige Leute Lust darauf sich zu beteiligen, also warum das ganze nicht größer aufziehen. Um das entspannt zu erledigen war der ursprüngliche Plan, uns erneut einen HD-Bildmischer an der Uni zu leihen und damit relaxed eine Zusatzregie hinter dem Helmholtzhörsaal zusammen zu schustern. Aber daraus wurde leider trotz enormem Einsatz und viel Telefoniererei nix, weil keiner der Mischer zur Verfügung stand. Schade, aber so blieb also die Wahl zwischen dem Minimalsetup und ordentlich ranklotzen, sobald die letzten Ansprachen der Siegerehrung vorbei sein würden.

 

Zurück zum Geschehen auf dem Asphalt. Vielfältig waren die Kisten dieses Jahr, ohne Frage. Vom Amnesty-International-Kamel, über das Wohnzimmerkultursofa, bis hin zu den beiden die die B-Note unter sich ausmachen sollten: die liebevoll modellierte iSTUFF-Sphinx und der rollende Palast des BH-Clubs. Beide konnten mit viel Liebe zum Detail aufwarten. Während ein halbes Dutzend Unwürdiger den BHarao des Clubs huldigten, schwang sich sein Amtskollege von schräg gegenüber todesmutig selber auf den Rücken der Sphinx, die vom in ihr lebenden freiberuflichen Sklaven gelenkt wurde. In der Jury entbrannte eine hitzige Debatte darüber, wer die Nasenspitze vorne hat - da kam der erneute, nun auch deutlich heftigere, Regenschauer nur gelegen. Also wieder Pause, unsere Kameramenschen flüchten sich ins erst mal ins innere von Betsy - das restliche Streckenpublikum eher nach Hause. Nach 30 Minuten mit verregneten Panoramaimpressionen der Strecke, ging es dann endlich zur finalen Zeremonie. Und dieses Jahr hat es dann auch endlich geklappt: Sieger in der B-Notenwertung! Entsprechend ausgelassen feiert sich das Team unserer Kiste, zurecht, denn sie haben ja einiges an Zeit und Eifer in die (Um-)Gestaltung gesteckt.
Für uns heißt es nun spurten. Zwar ist das Zeitfenster nicht ganz so kritisch wie befürchtet, aber besonders das schon wieder auftretende Wasser von oben hilft bei der Motivation sich zu beeilen. Dieses mal wird alles recht überhastet ins innere gestopft, es muss ja nicht weit fahren...

 

Schiebeblende von unten links nach oben rechts: Dies sind die Abenteuer des neuen Raumschiff Broadcast. Mit seiner Crew aus fast nur neueren Gesichtern, ist es auf seiner Mission Vorlesungen zu filmen, die noch nie zuvor ein Mensch gefilmt hat.
Am Hinterhof des Helmholtz angekommen legt sozusagen die zweite Schicht los. Auch wenn ihr erster Plan vereitelt wurde, möchte man fast meinen das dies ihren Ehrgeiz nur noch mehr angespornt hat. Schnell sind die vier Signalleitungen für drei Kameras und einen Scanlineconverter gezogen, aber erst mal versperrt eine Tür den Weg. Denn noch herrscht Studiendisziplin im Inneren des Hörsaals. Erst 30 Minuten vor Beginn der Bergfestvorlesung kann die Mannschaft den Raum stürmen. Umso akribischer wird also alles machbare schon einmal im Vorfeld vorbereitet und konfiguriert. Pünktlich als die ersten Studierenden dann aus dem Saal hinaus schlappen, gucken sie nicht schlecht was ihnen da an motivierten Leuten mit Kameras und ähnlichem Gerät entgegen bricht. Schnell und zielstrebig ist so alles an Ort und Stelle. Größtes Problem ist mal wieder ein Laptop und digitale Videostandards. Denn anders als in der Erinnerung hat es hier nur einen DVI Eingang, unser Wandler hat aber natürlich nur das heute verbreitetere HDMI als Ausgang. Also Sprint Nummero Dos zum Office und einen passenden Adapter geholt, bis dann auch nur ganz wenige Flüche später an Beamer, Ü-Wagen und Laptop jeweils das passende Bild zu sehen ist. Mittlerweile steht alles quasi just in time. Und dann die mehr oder minder gute Nachricht, einer der Dozenten musste leider absagen und so haben wir eine halbe Stunde mehr Zeit bis es los geht... nun ja, wir atmen durch und warten.
Dann geht es los, während uns der erste Dozent über die typischen Ausprägungen des ilmenauer Ingenieurtums informiert, werden wir im zweiten Teil über die Optimierungsmöglichkeiten für den noch bevorstehenden Bierathlon aufgeklärt.

 

Am Ende der Veranstaltung freuen wir uns das alles gut geklappt hat und das auch viele der leicht in den Regen gekommenden Dinge wieder trocken sind. Auch draußen ist der Himmel nun soweit klar und so können wir dieses mal alles lehrbuchgerecht in den Wagen stapeln und gemütlich von dannen juckeln. Schnell noch am hsf ihre Anlage entladen und schwubs können wir gen Feierabend segeln, wenn da nicht bloß immer dieses lästige Ausladen am Office auf einen warten würde ... ;-)

Lang, lang ist es her, dass das letzte Mal der gesamte Campus und auch die Stadt selber sich in mühevoller Kleinarbeit herausgeputzt haben. Denn die Veranstaltung am 28ten Mai ist etwas ganz Besonderes, das nur alle drei Jahre stattfindet. Alle drei Jahre, das ist ein halbes Studentenleben an der TU Ilmenau. Da ist es kaum verwunderlich, dass zu dieser Gelegenheit alle ihr Bestmögliches geben, um den ca. 15tausend Besuchern aus allen Herren Länder Ilmenau von seiner besten Seite zu präsentieren. Und so kam es auch, dass selbst das Campusradio und das Campusfernsehen ihre Feindschaft, die seit Jahren auf bestem Seifenoperniveau gehegt und gepflegt wird, beiseite schoben und gemeinsame Sache machten.

Viel Zeit für Ideen

Bereits im Februar gab es die ersten Treffen der gesamten Glanzlichter-Station an der Mensa, an der sich alle Vereine der Campusfamilie präsentieren konnten. Für uns war vor allem die Baustelle der Live-Auftritte interessant an dieser Stelle, denn bisher war fest geplant, dass es vier Acts auf einer kleinen Bühne auf der Mensawiese geben wird. Dreimal Musik und einmal zwei Poetry-Slammer. Unter schon vielen organisatorischen Detailfragen zu Bänken, Tischen und Podesten fiel am Rande auch kurz die Frage, wie denn die Schlechtwetter-Alternative aussähe. Es wurde beschlossen, dass das Wetter gut wird und wir erst einmal nicht mit so etwas rechnen. Vom Treffen zurückgekehrt stellte sich nun für uns die Frage: wie wollen wir das ganze angehen? Halten wir den Aufwand möglichst gering und nehmen nur den Ü-Wagen, eine Handvoll Kameras und Leute zum Filmen der Bands oder versuchen wir etwas wirklich Großes auf die Beine zu stellen?
Nach etlichem hin und her fanden sich dann Leute, die es zumindest versuchen wollten und so begab es sich gleich am Anfang des Semesters, dass das erste Treffen auf neutralem Gebiet zwischen Fernsehern und Weithörern stattfand. Die Teilnahme war besser als erwartet und so war schnell die Idee final geboren, dass wir um die Live Acts eine Rahmenshow drumherum aufziehen wollten. Eine kniffligere Aufgabe als man zuerst meinen möchte, aber spätestens wenn man am Schnittrechner mal kurz die Augen schließt während sein Machwerk läuft, wird einem schnell bewusst, dass man hier plötzlich auf ganz anderes achten muss.
Auch technisch wollten wir mal wieder etwas Neues wagen und so kam die Idee auf, ein kleines mobiles Außenreportageteam über den Campus zu scheuchen und Liveschalten zu probieren. Inhaltlich lag das größte Experiment in der Rahmensendung rund um die vier Auftritte auf der Bühne und so mussten fünf Sendeblöcke Radio- und TV-tauglich gestaltet werden. Ein Thema war da schnell gefunden: der ewige Spaßbeef zwischen den beiden Medien sollte in amüsanter Art und Weise durch die Sendung führen. Darüber hinaus sollte natürlich auch die Lange Nacht der Technik und deren Programm vorgestellt werden. Nach vielen Diskussionen in großer Runde ist man immer wieder erstaunt, dass auch bei Aufgaben wie der Studiogestaltung doch ein paar "ne oder?!"-Momente auftreten. So zum Beispiel entpuppte sich auf dem letzten Treffen am Mittwoch vorher, dass noch niemand sich vor Ort mal ein Bild gemacht hatte, wie man denn überhaupt Dinge wie Stoffe befestigt bekommt. Aber auch das war schnell vor Ort behoben und das improvisierte Moderationsstudio vor der Pastaria in der Mensa war am Ende sehr hübsch in der Kamera anzusehen.

Das alles und noch viel mehr

Viel Mühe und Konzentration erfordert bei diesem Projekt vor allem, alles im Überblick zu behalten und zu koordinieren. Um einen Überblick zu bekommen, hier mal ein paar der harten Fakten von dem, was zum Einsatz kam:

  • über 40 hsf/iSTUFF/FeMler waren beteiligt
  • 9 Kameras
  • 4 Wirkungsstätten
  • gut einen Kilometer Kabel
  • ca. 7,5 Stunden durchgängiger Sendebetrieb
  • 2-3 Trapoladungen Material
  • 10 senderelevante Rechnersysteme
  • 5 Maskottchen
  • und vieles vieles mehr

All das musste passend dirigiert werden, um einen halbwegs reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Räumlichkeiten waren dieses Mal eine der größeren Herausforderungen. Zwar bot sich rund um und in der Mensa genug Platz, aber einiges musste dadurch etwas anders gestaltet werden als gewohnt. So wurde zum Beispiel die IT diesmal aus dem Wagen verbannt und sie bekam ihr eigenes Reich in der ersten Etage. Hier hatten sie Platz genug, um sich einen ausladenden Leitstand zu bauen. Auch die Position war bestimmt bewusst gewählt: genau vor der Treppe platziert wurden Bittsteller in eine passend unterwürfige Geste gezwungen. Dafür musste man dort oben mit dem doch nicht unerheblichen Hall der Flure leben. Auch war es so notwendig, noch einen dritten Intercomring nach dort zu legen, um die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Außerdem sparten wir uns so auch die Nachtwache, die auf all die Taschen, Kisten, Koffer und ähnliche Verpackungen der Technik, die überall verbaut war, aufpassen konnte. Der Ü-Wagen wurde nach einigem Hin und Her dann doch direkt vor der Mensa abgestellt, um möglichst wenige Stolperfallen zu erzeugen. Auch die Leitungen zur Bühne und zum FoH wurden besuchersicher gemacht und kurzerhand mit Klappspaten und viel Elan fix vergraben. Im Außenbereich begnügten wir uns mit einem Recht kleinen Aufbau. Vier Kameras kamen hier zum Einsatz, im klassischen Setup links & rechts an der Bühne, eine Kamera auf dem Kran und eine Totale am FoH, die aber leider ohne Podest auskommen musste und deshalb oft nur Hinterköpfe bieten konnte.
Das Studio war mit zwei Kameras auf Rollspinnen und einer Minikamera als Totale versehen, was bei dem kleinen Set aber trotzdem hübsche Bilder und viele Möglichkeiten bot. Betsy vor der Mensa diente als zentraler Schaltraum und gleichzeitig als zentrale Regie. Da das Konzept auch darin bestand, sich ein bisschen den Besuchern der Langen Nacht zu präsentieren, wurde noch schnell ein Vorzelt gegen den Regen und die Sonne gebaut. Durch den Schalldruck von der Bühnen-PA mussten wir am Ende aber leider doch ab und zu die Tür schließen.

Drei Tage schaffe schaffe Dinge tue

Freitag: Um den Stress eines solchen Mammutprojektes möglichst klein zu halten, entschlossen wir uns, dass wir möglichst viel bereits am Freitagabend aufbauen wollten. So begann also der Aufbau, von ein paar Material-Einsammelfahrten zuvor abgesehen, gegen 17 Uhr. Zuerst galt es, sich Platz zu schaffen und die Ecke vom dort ansässigen Mensamobiliar zu beräumen. Danach ging vor allem der Deko-Aufbau los. Nebenbei wurde aber auch schon soviel wie möglich an Material und Technik in die Mensa transportiert, da das Wetter gerade trocken blieb. Außerdem sparten wir so etliche Wege am Samstag, wo es schon genug zu tun gab. An sich lief alles gut und zügig, abgesehen von ein paar Designentscheidungen hier und da. Gegen 21:30 Uhr war dann erst einmal Schicht im Studio. Sir schlossen hinter uns ab und gingen zum wohlverdienten Abendessen über, das auf uns im Office wartete.

Samstag: Samstag Vormittag und Nachmittag sind vor allem von der Frage geprägt: hält das Wetter? Denn wie sich schon im Laufe der Woche abzeichnete, würde es nicht trocken bleiben an diesem Wochenende. Wir gehen auf Risiko und verlegen die Kabel für die Schönwettervariante draußen. Alles an Technik wird soweit wasserdicht gemacht wie möglich. Heute wird sich die Investition in echte Wetterschütze an den Kameras auszahlen. Dennoch werden wir sie erst so spät wie möglich draußen hinstellen, was sich als richtiger Entschluss herausstellt. Der erste, noch eher kleine Regenschauer kommt dann auch gegen 14 Uhr, pünktlich zum Sendebeginn gegen 17 Uhr dann ein zweiter. Doch das ist alles schnell vergessen. Nach dem Auftakt im Studio mit den fast schon traditionellen Fehlern wie MAZen, die im Schlussspurt an den Wagen gebracht werden, legen auf der Bühne die Poetry-Slammer Tom Schildhauer und Tobias Kunze los und bringen das Publikum zum schmunzeln. Sogar eins der kleinen Missgeschicke, was sich bei unseren Kameras lautstark wiedergibt, bauen sie geschickt ein. Im Anschluss wieder Studio: nach einer kleinen Vorstellung des hsf und iSTUFF wagen wir die erste Live-Schalte. Nix passiert. Ratlosigkeit bei den IT'lern, die nach Tagen des Testens und Tunens nun von den Konstellationen des Uni-Netzwerkes gemobbt werden.
Die Schalte fällt erstmal flach. Wir schwenken um auf Plan B und lassen die EB-Teams von nun an zeitversetzt senden und schneiden mit. Als solides File auf der Festplatte gelingt das ganze im nächsten Block dank dem Schauspieltalent der Moderatoren. Auf der Bühne erwartet uns als nächstes Crepès Sucette: ein Trio mit Violine, Cachone und Gitarre. Nun wieder im Studio klappt auch die Illusion der Live-Schalte und auch unser erstmalig im Einsatz befindliches On-Air-Grafik-System spielt größtenteils mit. Einzige Ausnahme ist einmal 10 Minuten suchen, weil jemand beim Fummeln im Kofferraum das Signalkabel des Steuerrechners losgerüttelt hatte. Im Anschluss nochmal Musik: die Baracketen aus Ilmenau spielen mit ihrer elektronisch-sphärischen Musik auf. Dank des zusätzlichen Einsatzes eines veranstaltungstechnisch-affinen Broadcastlers ist nun auch die Bühnenbeleuchtung, die uns lieblos hingeklatscht wurde, montiert und eingeschaltet. Der vorletzte Block aus dem Mensastudio verläuft weitestgehend unspannend, der größte Fehler im Allgemeinen liegt darin, dass wir keine echte Priorisierung zwischen Bands und Studiomoderation festgelegt haben und dadurch immer mal wieder Verwirrung aufkommt, was nun wichtiger sei.
Am Schluss spielen dann noch die Thüringen Grammy-Gewinner Zaphod Prefect auf der Wiese und genau hier öffnet sich der Himmel noch einmal richtig und wird so schnell nicht wieder aufhören. Im Leitstand im Wagen bekommen wir vom Leid der tapfer durchhaltenden Kameraleute leider gar nix mit. Und auch die Tatsache, dass die Band und deren Soundcheck zu fast einer halbe Stunde Verzögerung geführt haben trägt dazu bei, dass immer mehr Wasser auf unsere Leute einströmt. Da ihnen der Rückkanal fehlt, machen sie am Ende das Vernünftigste und meutern schlichtweg. Uns im Wagen tut es extrem leid, dass wir ihre missliche Lage nicht realisiert haben und entschuldigen uns vielfach, während wir uns für ihr enormes Engagement bedanken.
Dann nochmal im Studio Abmod: ein paar Impressionen der Abschlussshow und des Feuerwerkes geben wir noch mit auf den Kanal, danach ist Schluss. Naja, zumindest was das Senden selber angeht. Nun geht das Sprinten der Techniker los, die während der Liveshow weniger zu tun hatten. Fix werden die Kameras und ähnliches nach Innen gerettet und dort im Warmen vom Wetterschutz befreit. Erst einmal weiterlaufen lassen ist bei solchen Umweltbedingungen das oberste Gebot, da die Wärme der Geräte es doch schafft, noch einiges an Feuchtigkeit abzuwehren. Dann die Gretchenfrage: was tun mit unserem verbuddelten Kabelschatz auf der Wiese? Nach einigem Hin und Her beschließen wir: raus damit. Und auch wenn es nun schon seit mehreren Stunden regnet, kommt uns ersteinmal Staub entgegen, als wir nur bedingt zimperlich die künstlichen Kupferadern dem Mutterboden entreißen. Mit geballtem Einsatz und vielen Tüchern sind die Kabel bald darauf in der Mensa und sollen dort bis zum nächsten Tag schön ausgerollt trocknen. An sich bietet sich ein Bild wie nach einem Großwaschtag: überall hängen Banner, Kabel, Taschen oder Wetterschütze zum Trocknen. Aber die Optik ist uns nun egal. Wir schauen noch, dass sich keine Besucher mehr in der Mensa verlaufen haben und sperren dann hinter uns ab. Der Großteil des Aufräumes wird vertagt, immerhin ist es auch schon gegen 2 Uhr Nachts und alle sind durchnässt und seit einer gefühlten Ewigkeit auf den Beinen. Die Aftershow im Office zieht sich je nach Gutdünken bis gegen 5 oder 6 Uhr. Die Leute haben es sich verdient, aber es wird sich auch rächen, da es nicht allzu bald weitergehen soll.

Sonntag: Schichtbeginn 8:40 Uhr, zumindest für einige von uns. Es ist abgemacht, dass einige der geliehenen Dinge um 9 Uhr wieder zurückgebracht werden sollen. Nach ein paar im Affekt gesprochenen Flüchen ist der Mitstreiter mit einem Guten-Morgen-Gute-Laune-Kaffee unter der Nase auch schnell wieder besänftigt. Dann der Kopf-Tisch-Moment des Tages: die Gegenseite hat den Termin vergessen und schon die Stadt verlassen. Die Aktion vertagt sich auf demnächst. Nicht gerade begeistert trennen sich die Wege erstmal wieder und eine zweite Runde Schlaf wird sich genehmigt. Gegen 13 Uhr geht dann das Großreinemachen in der Mensa weiter. Ein großer Puzzlespaß für die gesamte Crew. Aber schnell lichtet sich das Chaos und die erste Fuhre kann in die Außenlager zurückgefahren werden. Auch unsere beiden Transportwägelchen werden emsig genutzt, um Material zurück zum Funk oder zum Office zu bekommen. Und da ist er wieder, unser aller Freund der Regen. Aber wir haben noch Glück im Unglück. Fast exakt mit dem Einsetzen des schlimmsten Startkegens, den Ilmenau und Umland in den letzten Jahren erlebt haben, ist die Mannschaft von der letzten Transportfuhre wieder zurück im Office. Und auch sonst kommen der hsf und die FeM um etwaige Wetterschäden herum. Leider haben an diesem Nachmittag nicht alle so viel Glück gehabt.

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